Sechste und letzte Etappe: Pelzerhaken -> Travemünde

Die Tour hat nun ihr Ende gefunden. Bei nicht ganz so einladendem Wetter (aber immerhin halbwegs trocken), ging es die letzten gut 30 km zum Zielort: Travemünde (die Strecke von Travemünde nach Lübeck bin ich schon auf einer anderen Tour gefahren und fand sie damals nicht so spannend). Es ging zunächst über Neustadt in Holstein weiter Richtung Sierksdorf (am Hansa-Park vorbei) und dann über Scharbeutz und Timmendorfer Strand nach Travemünde. Leider war die Strecke größtenteils recht langweilig und nervig zu fahren: auf der Hauptstraße im Hinterland. Erst vor Travemünde wurde die Strecke spannender: dort ging es zum Brodtener Ufer (Hermannshöhe) hinauf auf einem Weg direkt oben auf der Steilküste entlang mit einem schönen Blick über das Meer. Von diesem dürfte man sich allerdings nicht einlullen lassen, denn der Weg machte teilweise recht abrupte Richtungswechsel -- geradeaus wäre es dann nur noch abwärts gegangen. Keine Strecke zum Schnellfahren also. In Travemünde angekommen fing es an, ein wenig zu regnen, aber der Zielort war erreicht.


Eine Woche bin ich nun gefahren, mit einem Tag extra Aufenthalt. 366 Kilometer sind es geworden. Fünf Tage im Zelt -- auch eine Erfahrung. Dank Ledersattel hat mein Hinterteil auch keinen bleibenden Schaden behalten. Muskelkater habe ich eher in den Armen als in den Beinen, was an der Sitzposition auf meinem Rad angeht. Mein Rad hat, bis auf die Reifenpanne, außerordentlich zuverlässig seinen Dienst versehen -- die Schaltung hatte ich einmal gereinigt und neu gefettet, sonst war nichts an Pflege notwendig. 


Ich widme diese Tour meiner lieben Tochter Lenja, die wie kein Anderer weiß, was Durchhalten heißt. Für jeden gefahrenen Kilometer werde ich daher 10 Cent an die Herz-Kinder-Hilfe Hamburg e.V. spenden, die Eltern von Kindern mit angeborenen Herzfehlern viel Hilfe bieten.


Vielleicht macht ja jemand mit?

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Fünfte Etappe: Neuteschendorf -> Pelzerhaken

Heute habe ich Fehmarn links liegen gelassen und bin in die Lübecker Bucht eingefahren. Dabei bin ich an den bekannten Ostseebädern vorbeigekommen: Dahme, Kellenhusen, Grömitz und letztendlich nach Pelzerhaken gekommen. 
Die Tour startete heute schon recht früh, gegen 9, bei größtenteils gutem Fahrradwetter und praktisch Windstille. Ganz ungewohnt nach den letzten Tagen. So bin ich schon um 14 Uhr nach wiederum 70 km am Zielort angekommen. Pelzerhaken hatte ich schon von Lenjas Esstherapie her kennengelernt, aber auch Kellenhusen war mir schon bekannt: der Ort war damals ein Kandidat für die Hochzeit gewesen. 
Ungünstig ist, dass man von den Badeorten die Promenaden gar nicht großartig zu sehen bekommt, da dort Radfahren nicht erlaubt ist. So lernt man aber die Rückseiten der Lokalitäten kennen. Ich hätte natürlich auch vom Rad steigen und mir in Ruhe die Orte ansehen können, aber ich habe auf Radtouren bisher immer eher den sportlichen Aspekt berücksichtigt: Strecke machen. Insbesondere heute wolle ich schnell durchkommen, so dass bis auf eines keine Fotos entstanden sind. Dafür packe ich die Sonnenuntergangsbilder von gestern mit auf die Seite. 
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Vierte Etappe: Laboe -> Neuteschendorf

Breite Deichstraße Richtung Kalifornien
Breite Deichstraße Richtung Kalifornien
Bei der heutigen vierten Etappe war mir das Wetter hold: zwar war es immer noch ziemlich windig, aber nicht mehr so stark wie die letzten Tage. Und ich hatte häufig Rückenwind, so dass ich auf einer sehr breiten Deichstraße mit Rückenwind 10 km mit 35 km/h fahren konnte. Das hat richtig Spaß gemacht. Und da ich die Nacht (dank des Comforts eines Hotel-Bettes) sehr gut geschlafen hatte, habe ich die Etappe heute ganz gut abgeradelt. 
Gestartet bin ich gegen 11:15 in Laboe, nachdem ich noch einmal durch den Ort zu einem Supermarkt gefahren war. Es ging dann die Küste entlang Richtung Osten, unter anderem auf besagter Deichstraße. Dabei kam ich durch Kalifornien und Brasilien, über Hohwacht, Weißenhäuser Strand und dann etwas ins Landesinnere (hier musste ein größerer Truppenübungsplatz umfahren werden) über Oldenburg in Holstein nach Norden. Hier liegt mitten im Nirgendwo (der nächste Ort heißt Neuteschendorf) ein großer und moderner Campingplatz in Küstennähe. Hier habe ich sogar Strom am Zelt um gesammelte Akkupacks wieder aufzuladen. Allerdings kein schnelles Internet, das Hochladen der paar Fotos hat schon einiges an Zeit in Anspruch genommen. Naja, irgendwas ist ja immer. 
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Dritte Etappe: Waabs -> Laboe

Kiel
Kiel
Nach einer stürmischen, regnerischen Nacht im Zelt stellte ich fest, dass der Wind eher zu- anstatt abgenommen hat (baut mal ein Zelt bei Windstärke 9 ab ...). So radelte ich denn los, nicht ohne vorher noch einen Kaffee beim Bäcker zu trinken. Die Strecke Richtung Eckernförde war von partiellem Gegenwind gezeichnet, da es Richtung Südwesten ging. Durch Eckernförde war ich relativ schnell durch, ab da ging es Richtung Osten, so dass ich den Wind im Rücken hatte bis Schwedeneck. Von dort ging es dann runter in Richtung Kiel. Dabei fuhr ich durch ein ehemaliges Militärgelände (Marinefliegergeschwader 5), überquerte mit der Personenfähre den Nord-Ostsee-Kanal und fuhr nach Kiel hinein (natürlich mit einem Fischbrötchen-Zwischenstopp an der Förde). Die Kiel-Durchquerung zog sich ganz schön hin und einige Anstiege waren auch noch zu bewältigen. Das letzte Stück bis Laboe ging es direkt an der Küste entlang, wo der Wind gefühlt noch einmal zugelegt hatte. 
Was für ein Glück, dass ich mir nach der letzten Nacht vorgenommen hatte, zu schummeln: jetzt sitze ich in einem Hotelzimmer und genieße dem Komfort eines richtigen Bettes. Dazu bin ich aber auch eine nochmal deutlich längere Strecke geradelt. 
Hier in Laboe sind einige Kite-Surfer unterwegs, die die Windstärken ausnutzen -- als ich gegen halb 8 wieder reinging, packten an der Promenade immer noch Leute ihre Ausrüstung aus. Sieht wirklich spektakulär aus, wie die Surfer unterwegs sind und im Gegenlicht ihre Sprünge machen. Morgen geht es dann weiter, leider ändert sich an der Windvorhersage erst einmal nichts.
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Zweite Etappe: Steinberghaff -> Waabs

Die Nacht über hatte es ordentlich geregnet, so dass vor meinem Zelt drei cm tief das Wasser stand. Im Zelt aber ist alles trocken geblieben. Insofern hat sich der extra Tag zum Zelt Kalfatern gelohnt: die Nähte sind jetzt absolut dicht. Morgens war es dann glücklicherweise eine Weile trocken geblieben, so dass ich das Zelt halbwegs trocken verpacken konnte. 

Während meines extra Tages in Steinberghaff lernte ich noch eine nette junge Familie kennen, die mit 7 Monate altem Baby samt Kinderanhänger und Zelt den gesamten Ostsee Radweg meistern wollten, inklusive Fehmarn und Rügen bis nach Usedom. Alle Achtung!

Ich brach also heute gegen halb 11 auf und hatte Glück und Pech zugleich mit dem Wetter: die angekündigten Regenschauer hielten sich stark in Grenzen und hielten auch nur kurz an. Allerdings ging (bzw. geht immer noch) ein starker Wind mit Böen bis Stärke 8. Zu allem Überfluss meistens von vorn. Jeder Radfahrer kennt dieses frustrierende Gefühl, sich abzustrampeln aber nur im Gletschertempo voranzukommen. 

Trotzdem war es eine schöne Etappe, ich sage nur Landschaft, a whole lotta Landschaft. Wer den "Landarzt" guckt, weiß was ich meine: die Serie wird nämlich genau hier gedreht. Bekannteste Ortschaft ist Kappeln an der Schlei-Mündung. Ansonsten viele kleine Dörfer mit klangvollen norddeutschen Namen, wie Wackerballig, Stutebüll oder Nieby, in denen es vornehmlich nach Silage "duftet". Und dazwischen eben besagte Landschaft mit viel Feldern - durch das wechselhafte Wetter auch durchweg mit sehr interessantem Licht. 

Getrübt wurde die Freude über die schöne Landschaft durch eine Reifenpanne nach erst 14 Kilometern. Das hat mich dann mit allem drum und dran eine Stunde gekostet. Schwalbe Kevlar Decken können eben doch nicht alles abhalten. Dafür hatte ich aber geniale Flicken mit, bei denen man nur aufrauhen muss, dann kann man den Flicken einfach draufkleben. Für den Notfall hätte ich aber auch noch einen Ersatzschlauch dabei gehabt. 

So bin ich denn nach etwa 66 km am Zielort angekommen, einem Campingplatz direkt an der Küste in der Ortschaft Kleinwaabs (siehe letztes Bild in der Galerie). Der Ausblick aus dem Zelt ist wirklich nett. Allerdings ist es immer noch sehr windig, so dass der Zeltaufbau ein wenig schwieriger war als normal. Laut Wetterbericht sollen die Sturmböen aber weniger werden heute Nacht. Ich will es mal hoffen, wobei das schon etwas gemütliches hat. Für eine gewisse Zeit. 




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