Neue Strecken entdecken

Einen Tag vor der Sperrung der S-Bahn-Strecke gab es eine ungünstige Kombination von mehreren Polizei- und Feuerwehreinsätzen, so dass die S-Bahnen nicht mehr fuhren. Blöd: ich hatte an dem Tag einen Zahnarzt-Termin und hatte die Fahrtzeiten genau kalkuliert mit wenig Spielraum. Dieser Termin drohte gerade ins Wasser zu fallen. Ich saß in der stehenden S-Bahn an der Station Veddel, als die Durchsage kam, dass es noch eine Weile dauern könnte, da jetzt noch ein weiterer Einsatz dazugekommen war. 

Ich warf einen Blick auf mein Smartphone, genauer auf meine Fahrrad-Navi-App und ließ mir die Strecke von der Veddel nach Hamburg Bergedorf berechnen: 1:07 h. Termin also schaffbar. Ich nahm mein Brompton, kaufte mir bei dem türkischen Imbiss/Mini-Supermarkt eine große Flasche Wasser und schwang mich aufs Rad.


Das Navi führte mich zunächst über den bekannten Weg über die Elbbrücken nach Rothenburgsort. Ab dort sollte die Strecke Richtung Osten führen. Allerdings blockierten zahlreiche Löschfahrzeuge und Peterwagen den geraden Weg: noch ein Großeinsatz (im Hochbunker). Ein netter Polizist (der noch einen skeptischen Blick auf meinen Knopf im Ohr warf) ließ mich dann aber durch. Der Weg führte weiter am Nordufer der Norderelbe entlang, am Kraftwerk Tiefstack rechts herum und dann Richtung Billwerder-Moorfleet. Von dort dann ab der JVA (wusste ich noch gar nicht, dass dort ein Gefängnis ist) vom Prinzip her immer neben der S-Bahn-Strecke entlang: ein Weg, den ich noch gar nicht kannte (allerhöchstens in Teilen aus der S-Bahn heraus) und der ganz gut und schnell zu fahren war. Noch eine Erkenntnis: am Mittleren Landweg wohnen ja doch Leute, das sieht man der S-Bahn-Station von oben gar nicht an ...

In Nettelnburg endete die "Transitstrecke" dann und ich fuhr die normalen Straßen bis Bergedorf zu meinem Zahnarzt. Fünf Minuten vor Termin traf ich ein. ÖPNV: 0, Fahrrad: 1 Und noch eine nette Strecke kennengelernt. So muss das!

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Bahn Bauarbeiten und Fahrrad

Seit einer Woche ist die einzige Bahnverbindung (S3/S31) auf Hamburgs Elbinsel Wilhelmsburg gesperrt wegen Bauarbeiten in der City Süd. Der HVV hat einen Busersatzverkehr eingerichtet, dem ich anfangs ein wenig skeptisch gegenüberstand. Ich muss die Strecke nun einmal jeden Tag einmal hin- und wieder zurück bereisen. In der ersten Woche der Sperrung habe ich mir also überlegt, wie ich die Strecke am besten meistern kann. Die Überlegung, die dann gewonnen hat, beinhaltet eine etwa doppelt so lange Fahrtzeit mit dem Fahrrad: normalerweise steige ich am Dammtor von der S-Bahn aus Reinbek in die S-Bahn nach Wilhelmsburg um (ich könnte auch am Hauptbahnhof umsteigen, muss dort aber samt Fahrrad in einem großen Menschenstrom vom Tiefgleis in die Halle, was oftmals etwas nervig ist). Ich habe mir also die der Elbinsel am nächsten gelegene S-Bahn-Station gesucht: Rothenburgsort. Praktischerweise liegt die ohnehin auf der Linie aus Reinbek. Man fährt von dort mit dem Fahrrad über die Elbbrücken über Veddel nach Wilhelmsburg hinein und ist eine knappe halbe Stunde unterwegs. Als ich diese Variante am ersten Tag ausprobierte, staunte ich nicht schlecht, dass ich tatsächlich 10 Minuten schneller in der Firma war, als wenn ich die Variante über Dammtor nehme. Dafür aber wie gesagt deutlich mehr Strecke mit dem Rad und somit auch etwas verschwitzter, wenn ich auf der Arbeit ankomme -- keine Lösung für jeden Tag also.

Eine andere Variante ist, Sommer sei dank, zumindest auf dem Rückweg, die gesamte Strecke von Wilhelmsburg nach Hause mit dem Rad zu fahren. Diese Strecke führt auch durch Rothenburgsort, knickt aber dann Richtung B5 ab: bis dahin eine ganz schöne Strecke über verschiedene Brücken (z.B. die Brücke über den Bullenhuser Kanal, sie Bild oben), von denen man einen schönen Blick auf Kleingartenanlagen mit viel Grün direkt am Kanal hat. Nervig wird die Strecke ab Hamburg Horn, da man ab dort nur noch geradeaus an der Ausfallstraße stadtauswärts entlangfährt. Daher steige ich manchmal dort in die U-Bahn, um einen Teil der Strecke abzukürzen. Diese Flexibilität des Faltrades ist wirklich eine tolle Sache.

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Bevor wir uns aufregen ...

Liebe Autofahrer: bevor wir uns (ja, ich bin auch unter anderem Autofahrer) wieder einmal über Radfahrer aufregen, die in der Mitte der Straße fahren -- vorher einmal dieses Video angucken.

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Betriebsstörung mit Brompton

Gestern musste ich zum Zahnarzt. Ich kalkulierte also genau mit der HVV App die Verbindungen und verließ die Firma pünktlich, damit ich den Termin einhalten konnte. Morgens war ich mit der Kombination S-Bahn - Brompton gekommen. 
Ich stieg also mit dem gefalteten Rad in Wilhelmsburg in die Bahn ... Und nichts tat sich. Irgendwann, nach etwa 5-10 Minuten fuhr die Bahn dann eine Station nach Veddel, um dann wieder für unbestimmte Zeit stehen zu bleiben. Es folgte die Durchsage, dass zu dem Polizeieinsatz noch ein Feuerwehreinsatz gekommen war und daher der Citytunnel gesperrt aber auch Dammtor nicht angefahren würde. Es sah also so aus, als könnte ich mit dem HVV den Termin nicht mehr schaffen. Aber: ich hatte ja mein Faltrad dabei. Laut meiner Fahrrad-Navi-App Komoot würde die gesamte Strecke Veddel-Bergedorf in einer guten Stunde zu bewältigen sein.  
Ich kaufte mir noch eine große Flasche Wasser und schwang mich aufs Rad. Und was soll ich sagen: ich kam 5 Minuten vor dem Termin pünktlich beim Zahnarzt an. Allerdings etwas verschwitzt. Dafür habe ich eine ganz neue Fahrradstrecke kennengelernt, die über die Elbbrücken, Rothenburgsort (wo auch noch ein Großeinsatz der Feuerwehr war -- der nette Polizist ließ mich aber durch die Absperrung), Billwerder-Moorfleet und ab der JVA dort einen netten Radweg an Kleingärten vorbei über Mittlerer Landweg (da wohnen ja doch Menschen), Allermöhe bis Nettelnburg und dann weiter nach Bergedorf. Und Spaß hat es auch noch gemacht.  
Ohne mein Brompton wäre das nicht gegangen: die Stadträder sind in Hamburgs Osten bzw Südosten leider nicht vorhanden. Ich hoffe, da tut sich noch was. 

Da ich zum Schluss kein Wasser mehr hatte, bin ich nach dem Zahnarzt das letzte Stück ab der S-Bahn Reinbek mit dem Bus nach Hause gefahren. Ein bisschen klimatisierte Luft war wirklich ganz angenehm.
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Sechste und letzte Etappe: Pelzerhaken -> Travemünde

Die Tour hat nun ihr Ende gefunden. Bei nicht ganz so einladendem Wetter (aber immerhin halbwegs trocken), ging es die letzten gut 30 km zum Zielort: Travemünde (die Strecke von Travemünde nach Lübeck bin ich schon auf einer anderen Tour gefahren und fand sie damals nicht so spannend). Es ging zunächst über Neustadt in Holstein weiter Richtung Sierksdorf (am Hansa-Park vorbei) und dann über Scharbeutz und Timmendorfer Strand nach Travemünde. Leider war die Strecke größtenteils recht langweilig und nervig zu fahren: auf der Hauptstraße im Hinterland. Erst vor Travemünde wurde die Strecke spannender: dort ging es zum Brodtener Ufer (Hermannshöhe) hinauf auf einem Weg direkt oben auf der Steilküste entlang mit einem schönen Blick über das Meer. Von diesem dürfte man sich allerdings nicht einlullen lassen, denn der Weg machte teilweise recht abrupte Richtungswechsel -- geradeaus wäre es dann nur noch abwärts gegangen. Keine Strecke zum Schnellfahren also. In Travemünde angekommen fing es an, ein wenig zu regnen, aber der Zielort war erreicht.


Eine Woche bin ich nun gefahren, mit einem Tag extra Aufenthalt. 366 Kilometer sind es geworden. Fünf Tage im Zelt -- auch eine Erfahrung. Dank Ledersattel hat mein Hinterteil auch keinen bleibenden Schaden behalten. Muskelkater habe ich eher in den Armen als in den Beinen, was an der Sitzposition auf meinem Rad angeht. Mein Rad hat, bis auf die Reifenpanne, außerordentlich zuverlässig seinen Dienst versehen -- die Schaltung hatte ich einmal gereinigt und neu gefettet, sonst war nichts an Pflege notwendig. 


Ich widme diese Tour meiner lieben Tochter Lenja, die wie kein Anderer weiß, was Durchhalten heißt. Für jeden gefahrenen Kilometer werde ich daher 10 Cent an die Herz-Kinder-Hilfe Hamburg e.V. spenden, die Eltern von Kindern mit angeborenen Herzfehlern viel Hilfe bieten.


Vielleicht macht ja jemand mit?

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